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Die zauberhafte Stille

Die Übungen, die wir vorgestellt haben, dienen dazu, Ihren Körper und Ihren Geist zu konzentrieren und alle Hindernisse auszuräumen, sodass Ihr Leben ein möglichst ununterbrochenes Fließen wird. Wenn sich die Bedürfnisse des Körpers durch die Übungen beruhigen, wenn das hastige Abschweifen der Gedanken nachlässt, erklingt eine feinere Musik. Diese Melodie des Daseins lässt sich erreichen, wenn Sie bereit sind, zu sehen, was in Ihrem Leben unnötigen „Lärm“ erzeugt. Sie brauchen nicht zu befürchten, dass hinter einer Reduzierung dieses Lärms Leere oder Langeweile entstehen, dies kennzeichnet vermutlich eher Ihren gegenwärtigen Zustand. Denn Leere und Langeweile sind die Symptome der Melancholie, die durch den fehlenden Zugang zum Erleben von intensiver Gegenwärtigkeit entstehen. Sie werden den Wunsch nach betäubenden Ritualen nicht mehr verspüren, wenn Sie das wache Pulsieren des Lebens stärker in sich tragen, wenn Sie im Jetzt angekommen sind und darin verbleiben können.


Wir sind ständig gehetzt und wenn wir Zeit haben, quält uns Langeweile. Die natürliche Einfachheit unseres Daseins wird durch die Geschwindigkeit des Alltags aus ihrer Selbstverständ-lichkeit irritiert. Die Hast hat eine große Macht bei der Fixierung des Oberflächlichen. Allein wenn es gelingt, die Dinge des Tages langsamer zu tun, werden Sie aufmerksamer und haben einen besseren Kontakt zu sich und Ihren Mitmenschen. Die allzu aufgeregten Versuche, Klarheit erzwingen zu wollen, führen leicht zu mehr Verwirrung als zur Enthüllung. Was durch den täglichen Eifer ohnehin schon aufgerührt ist, wird nur noch mehr umhergewirbelt, statt sich zu setzen, zu beruhigen und zu klären. Allein das Einüben der Stille und Mäßigung in den Angelegenheiten menschlichen Seins, fördert eine Art natürliche Reinheit wieder hervor. Durch das Stillhalten gelangt alles zurück in sein natürliches Gleichgewicht. Hast, Gier und Lügen stören die feine Balance, die als Basis Ihres Fortschritts nötig ist. Auch zu eiliger Konsum zerreißt die Stille und die zu schnelle Abfolge der Dinge verdirbt den Kontakt zum einzelnen. So wollen das Ruhigbleiben und die Stille gegen die Anfeindungen von
innen und außen verteidigt sein. Ebenso zerrüttet jedoch auch dröges Rumhängen im Alleinsein die nötige Heiterkeit. Sie müssen das individuelle Maß Ihres persönlichen Empfindens erkennen und verwirklichen.

In der alltäglichen Aufgeregtheit ist uns Stille zunächst vielleicht unerträglich. Stille ist wie Leere, Leere wie Schmerzen und Schmerzen unerwünscht. Der Fehler, den wir alle mehr oder minder begehen, besteht darin, dass wir uns der Stille nicht zuwenden, sie nicht zu erfahren suchen. Sobald wir uns öffnen, lernen wir sie zu genießen. Beängstigt sie uns, rennen wir weg, indem wir uns ablenken mit all den Dingen, die Stille übertönen können. Sei es im wörtlichen Sinne alles, was Töne erzeugt, aber natürlich auch Bilder, Rauchen, Essen, Alkohol, Handys und Hobbys. Natürlich ist gegen jedes einzelne wenig einzuwenden, doch in ihrer Summe und ihrem Effekt des nahtlosen Animiertseins, stiehlt uns diese Lebenshaltung die offene Leere und die aus der Stille erwachsende Heiterkeit. Wenn Sie in Ihrer Entwicklung an den Punkt der Leere kommen, beginnen Sie, sich diesem Zustand zu öffnen und in ihn einzugehen, indem Sie allen Pseudobeschäftigungen widerstehen. Nehmen Sie die Stille an und schicken Sie Ihre Gedanken auf Reise.

Ganz wie sie sich dem Empfinden der Leere und der Stille zuwenden, empfinden Sie es als Schmerz oder als Erfüllung. In Momenten des Alleinseins ist man mit der Stille konfrontiert, an die man vielleicht nicht mehr gewöhnt ist und die einem zunächst also wie Leere vorkommt. Es entsteht eher ein beklemmendes Gefühl, das uns die Flucht in die gewohnten Konsum- und Abschaltrituale diktiert. Das ist anstrengend für Geist und Körper und im Gleichgewicht zwischen den Ritualen von Arbeit und Freizeitbeschäftigung etwa, befindet man sich am äußeren Rand seiner Person, an der schwächsten Seite des eigenen Charakters. All die besprochenen Einflüsse, wie schlechte Nahrung, falscher Körperumgang und die Vergeudung geistiger und physischer Energie blockieren den Zugang zu diesem feinen Klang. Die Körperbeherrschung in ihren Dimensionen, die Gedankenklärung und die daraus resultierende Verhaltenswahl sind Basis und tägliche Übung, um zur Feinheit der Stille zu gelangen. Dass eine gewisse Stille für die Erfahrung der Stille Voraussetzung ist, bedeutet keinen Widerspruch, vielmehr nährt die Stille die Stille. So erzeugt das Üben die Stille, die Stille die Verfeinerung und die Verfeinerung wiederum Stille.

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